Kalkulation & Finanzen · 14 Min. Lesezeit

Projektkalkulation für Bauunternehmen, Baunebengewerbe und Handwerksbetriebe: Warum viele Betriebe zu billig anbieten – und wie du es besser machst

Ein Angebot abzugeben dauert Stunden. Und trotzdem stellt sich am Ende des Projekts heraus: Die Marge war zu klein, der Deckungsbeitrag hat nicht gereicht. Das ist kein Pech – das ist ein Kalkulationsproblem. Dieser Artikel zeigt, wie eine strukturierte Angebotskalkulation für Bauunternehmen, Betriebe im Baunebengewerbe, Handwerksbetriebe und kleine KMU in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein funktioniert, wo die typischen Fehler liegen und wie du sie konkret vermeidest.

Karin, Gründerin XEVARIA, 25+ Jahre Erfahrung im Betriebsbüro des Baunebengewerbes Karin – XEVARIA 25+ Jahre Betriebsbüro · Baunebengewerbe DACH & LI

Was ist eine Projektkalkulation für Bauunternehmen, Baunebengewerbe und Handwerksbetriebe?

Eine Projektkalkulation ist die strukturierte Berechnung aller Kosten, die für einen konkreten Auftrag anfallen – bevor das Angebot rausgeht. Ziel ist ein Angebotspreis, der sämtliche Aufwendungen deckt und einen angemessenen Deckungsbeitrag für den Betrieb sicherstellt.

Das gilt für Bauunternehmen in NRW genauso wie für Installateure in Wien, Malerbetriebe in Zürich, Trockenbauer in Bayern oder KMU in Liechtenstein – überall, wo auf Projektbasis angeboten und abgerechnet wird, ist eine saubere Angebotskalkulation die Grundlage wirtschaftlichen Arbeitens.

Eine vollständige Projektkalkulation im Bau, Baunebengewerbe und Handwerk umfasst typischerweise:

  • Lohnkosten nach Stunden und kalkulatorischem Stundensatz inkl. aller Lohnnebenkosten
  • Materialkosten nach tatsächlichem Einkaufspreis inkl. Gemeinkostenzuschlag
  • Fremdleistungen (Subunternehmer, externe Dienstleister, Nachunternehmer)
  • Gemeinkostenzuschlag auf Lohn und Material (Verwaltung, Fahrzeuge, Büro, Werkzeug)
  • Rabatte – eingepreist, nicht nachträglich abgezogen
  • Deckungsbeitrags- und Gewinnaufschlag als bewusstes Ziel

Was ist eine Projektkalkulation? (Kurzdefinition)

Eine Projektkalkulation ist die positionsgenaue Berechnung aller Lohn-, Material- und Gemeinkosten für einen konkreten Auftrag – mit dem Ziel, einen kostendeckenden und wirtschaftlich sinnvollen Angebotspreis zu ermitteln. Sie ist die Grundlage für Angebot, Auftragserteilung und spätere Nachkalkulation. Im Bau, Baunebengewerbe, Handwerk und bei kleinen KMU ist sie das wichtigste Steuerungsinstrument für die Wirtschaftlichkeit einzelner Projekte.

Warum kalkulieren so viele Bauunternehmen, Handwerksbetriebe und KMU zu billig?

Das ist keine Frage der Erfahrung. Die meisten Betriebsinhaber können ihr Handwerk. Aber Kalkulation ist ein eigenes Handwerk – und wird in Bauunternehmen, Elektrounternehmen, Malerbetrieben, Sanitarbetrieben und kleinen KMU gleichermaßen systematisch unterschätzt.

Lohnkosten zu niedrig angesetzt

Der Nettolohn ist nicht der Kostensatz. Lohnnebenkosten (Sozialversicherung, Urlaub, Krankheit, Sonderzahlungen) erhöhen den tatsächlichen Stundensatz um 50 % und mehr. Wer das nicht einrechnet, verliert bei jedem Auftrag.

Gemeinkosten fehlen komplett

Fahrzeuge, Versicherungen, Büro, Werkzeug, Verwaltung – all das muss auf die Projekte umgelegt werden. Ohne Gemeinkostenzuschlag (Bau: typisch 15–35 % auf Lohn) arbeitet der Betrieb dauerhaft unter den echten Kosten.

Arbeitszeit geschätzt statt berechnet

Schätzen funktioniert bei einfachen Standardaufgaben. Sobald Projekte mehrere Gewerke umfassen oder unbekannte Positionen enthalten, führt Schätzen systematisch zur Unterdeckung – im Sanitarbereich ebenso wie im Trockenbau oder im Bauhauptgewerbe.

Rabatt nicht eingepreist

2 % Rabatt auf 50.000 € sind 1.000 € direkt vom Deckungsbeitrag. Nicht eingepreist – einfach weg. Das passiert in kleinen KMU fast systematisch.

Kein Deckungsbeitrag je Position

Ohne positionsgenaue DB-Berechnung weiß man erst nach Projektabschluss, ob das Projekt etwas gebracht hat – zu spät für Korrekturen.

Keine Warnung bei Verlustprojekten

Angebot raus, Auftrag erteilt – und erst die Nachkalkulation zeigt: Verlust. Ohne Ampellogik in der Kalkulation gibt es keinen frühzeitigen Hinweis, bevor unterschrieben wird.

Aus der Praxis: Ein Bauunternehmen in NRW mit 15 Mitarbeitern, das den Stundensatz um 5 € zu niedrig ansetzt, verliert bei 1.500 fakturierbaren Stunden pro Jahr und Mitarbeiter rund 112.500 € an Deckungsbeitrag – jährlich. Dasselbe gilt für einen Installationsbetrieb in Wien oder ein KMU in Zürich: Die Grundmechanik ist überall dieselbe.

Typische Kalkulationsfehler und ihre finanziellen Folgen

Die folgende Übersicht zeigt die häufigsten Fehler bei der Angebotskalkulation im Bau, Baunebengewerbe und Handwerk – und was sie konkret kosten.

FehlerTypische AuswirkungFinanzieller Schaden (Beispiel)
Nettolohn statt VollkostensatzLohnkosten 30–50 % zu niedrigBei 10 MA × 1.500 h: bis −60.000 €/Jahr DB
Kein Gemeinkostenzuschlag auf MaterialBeschaffungs- und Lagerkosten unkompensiertBei 100.000 € Materialeinkauf × 15 %: −15.000 €/Jahr
Rabatt nicht eingepreistDB wird nachträglich gemindert2 % auf 50.000 € Netto: −1.000 €/Projekt
Stunden geschätzt statt berechnetSystematische Unterdeckung bei komplexen ProjektenTypisch 10–20 % mehr Stunden als kalkuliert
Kein Gewinnaufschlag definiertSelbstkostenpreis wird zum Angebotspreis0 % DB – jeder Fehler führt direkt in den Verlust
Fremdleistungen ohne AufschlagKoordinationsaufwand ungedecktTypisch 5–10 % auf NU-Leistungen fehlen

Die 5 Bausteine einer vollständigen Projektkalkulation

Eine professionelle Kalkulation für Bauunternehmen, Baunebengewerbe, Handwerksbetriebe und KMU baut auf fünf aufeinander aufbauenden Elementen auf.

1

Leistungsverzeichnis & Positionen

Jedes Projekt gliedert sich in Positionen oder Leistungsgruppen (Gewerke). Menge, Einheit und Beschreibung werden pro Position erfasst – Grundlage für alle Folgeberechnungen und die spätere Abrechnung.

2

Lohnkalkulation (Vollkostensatz)

Arbeitszeit in Minuten/Einheit × Menge × kalkulatorischer Stundensatz. Der Stundensatz muss Bruttolohn, Lohnnebenkosten und anteilige Gemeinkosten enthalten. Nettolohn als Basis ist der häufigste Kalkulationsfehler im Bau und Handwerk.

Orientierung Vollkostensatz 2026: Bauhauptgewerbe/Elektro/Sanitär DE: 65–90 €/h · Maler/Trockenbau DE: 55–75 €/h · AT: ähnlich DE · CH: 90–135 CHF/h · LI: 85–120 CHF/h (höhere Lohnnebenkosten). Diese Werte sind Richtwerte – betriebsindividuelle Berechnung ist entscheidend. 3

Material & Fremdleistungen

Materialkosten nach Einkaufspreis (nicht Listenpreis) inkl. Material-Gemeinkostenzuschlag für Lager, Beschaffung und Schwund. Fremdleistungen (Subunternehmer) positionsgenau mit Koordinationsaufschlag erfassen.

4

Rabatte einpreisen

Rabatte gehören in die Vorkalkulation – nicht nachträglich abgezogen. Bei üblichen 2 % Rabatt auf größere Auftragssummen geht sonst ein signifikanter Teil des Deckungsbeitrags verloren.

5

Angebotssumme, DB-Aufschlag & MwSt

Selbstkosten + definierter Deckungsbeitragsaufschlag = Netto-Angebotssumme. Zuzüglich MwSt (19 % DE · 20 % AT · 8,1 % CH · 8,1 % LI) ergibt sich der Bruttobetrag.

Rechenbeispiele: Projektkalkulation für verschiedene Gewerke und Länder

Die folgenden vier Beispiele zeigen, wie eine vollständige Positionskalkulation für verschiedene Gewerke und Länder konkret aussieht – mit Vollkostensatz, Gemeinkostenzuschlag, Rabatt und DB-Aufschlag.

Beispiel 1: Installationsbetrieb – "Montage Heizungsverteiler" (Bayern, DE)

KostenartBerechnungBetrag
Lohn90 Min × 2 Stk × 72,00 €/h Vollkostensatz ÷ 60216,00 €
Material Einkauf2 Verteiler × 85,00 €170,00 €
Material-GK-Zuschlag170,00 € × 15 %25,50 €
Rabatt-Rückstellung(216,00 € + 195,50 €) × 2 %8,23 €
Selbstkosten gesamt419,73 €
DB-Aufschlag 25 %419,73 € × 25 %104,93 €
Netto-Angebotspreis524,66 €
MwSt 19 %524,66 € × 19 %99,69 €
Brutto-Angebotspreis624,35 €
Ohne vollständige Kalkulation: Mit Nettolohn statt Vollkostensatz und ohne Material-GK wäre der Angebotspreis bei ca. 430 € netto gelegen – DB nahezu null. Auf ein Jahresprojektvolumen von 300.000 € netto hochgerechnet: über 60.000 € DB-Verlust pro Jahr.

Beispiel 2: Malerbetrieb – "Innenanstrich Wohnanlage" (Wien, AT)

Stundensatz Vollkostensatz AT Maler: 65,00 €/h. Keine Rabatt-Vereinbarung in diesem Projekt.

KostenartBerechnungBetrag
Lohn45 Min × 80 m² × 65,00 €/h ÷ 603.900,00 €
Material Einkauf80 m² × 4,20 € Farbe + Zubehör336,00 €
Material-GK-Zuschlag336,00 € × 12 %40,32 €
Rabattkein Rabatt vereinbart0,00 €
Selbstkosten gesamt4.276,32 €
DB-Aufschlag 22 %4.276,32 € × 22 %940,79 €
Netto-Angebotspreis5.217,11 €
USt 20 % (AT)5.217,11 € × 20 %1.043,42 €
Brutto-Angebotspreis6.260,53 €
Praxishinweis Österreich: Die Lohnnebenkosten für Maler sind in AT durch Kollektivvertrag und Sozialbeiträge häufig höher als in Deutschland. Ein Vollkostensatz von 65 €/h in Wien ist realistisch – wer mit 40 €/h (Nettolohnnähe) kalkuliert, arbeitet auf Verlust.

Beispiel 3: Trockenbauunternehmen – "Gipskartonwände" (Zürich, CH)

Vollkostensatz CH Trockenbau: 105,00 CHF/h. Rabatt 2 % vereinbart.

KostenartBerechnungBetrag
Lohn35 Min × 60 m² × 105,00 CHF/h ÷ 603.675,00 CHF
Material Einkauf60 m² × 18,50 CHF GK-Platten inkl. Zubehör1.110,00 CHF
Material-GK-Zuschlag1.110,00 CHF × 15 %166,50 CHF
Rabatt-Rückstellung(3.675,00 CHF + 1.276,50 CHF) × 2 %99,03 CHF
Selbstkosten gesamt5.050,53 CHF
DB-Aufschlag 28 %5.050,53 CHF × 28 %1.414,15 CHF
Netto-Angebotspreis6.464,68 CHF
MWST 8,1 %6.464,68 CHF × 8,1 %523,64 CHF
Brutto-Angebotspreis6.988,32 CHF
Praxishinweis Schweiz & Liechtenstein: Der Vollkostensatz liegt in CH und LI strukturell höher als in DE/AT – bedingt durch AHV, BVG und UVG. Wer mit deutschen oder österreichischen Stundensätzen kalkuliert, unterdeckt seine Projekte systematisch.

Beispiel 4: Soll-Ist-Vergleich – Wo Projekte schiefgehen (Bauunternehmen, NRW)

Dieses Beispiel zeigt, was passiert, wenn die Vorkalkulation nicht präzise genug war – und welche Folgen das für den Deckungsbeitrag hat. Projekt: Innenausbau Gewerbeeinheit, Auftragssumme 48.000 € netto.

PositionVorkalkulation (Soll)Tatsächlich (Ist)Abweichung
Lohnstunden gesamt320 h398 h+78 h ↑
Lohnkosten22.400 €27.860 €−5.460 €
Materialkosten12.000 €13.850 €−1.850 €
Fremdleistungen4.200 €4.200 €0 €
Selbstkosten gesamt38.600 €45.910 €−7.310 €
Deckungsbeitrag9.400 € (19,6 %)2.090 € (4,4 %)−7.310 €
Was ist schiefgegangen? Zwei Ursachen: (1) Die Lohnstunden wurden zu niedrig geschätzt – Nacharbeiten durch Planungsänderungen wurden nicht eingepreist. (2) Materialpreise haben sich zwischen Kalkulation und Einkauf verändert. Ergebnis: Aus einer geplanten DB-Marge von 19,6 % wurden tatsächlich 4,4 % – das Projekt hat kaum etwas gebracht. Wer konsequent nachkalkuliert, erkennt solche Muster und reagiert in künftigen Angeboten frühzeitig.

Stundenverrechnungssatz nach Gewerk: Orientierungswerte für DACH & LI 2026

Der kalkulatorische Stundensatz (Vollkostensatz) ist die wichtigste Einzelgröße in jeder Projektkalkulation. Die folgende Tabelle zeigt Orientierungswerte für ausgewählte Gewerke in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein. Achtung: Betriebsindividuelle Berechnung ist zwingend – diese Werte sind Richtwerte, keine Garantien.

Gewerk / BetriebstypDeutschland (€/h)Österreich (€/h)Schweiz (CHF/h)Liechtenstein (CHF/h)
Bauhauptgewerbe / Rohbau60–8055–7585–12585–120
Elektroinstallation65–8560–8090–13090–125
Sanitär / Heizung / Klima65–9060–8595–13595–130
Maler & Lackierer55–7550–7080–11580–110
Trockenbau & Innenausbau55–7550–7080–12080–115
Dachdecker60–8055–7590–13090–125
Dienstleistungs-KMU / Facility50–7545–7075–11075–105

Richtwerte 2026. Beinhalten Bruttolohn, Lohnnebenkosten und anteilige Gemeinkosten. Eine betriebsindividuelle Berechnung für den eigenen Stundensatz sollte sämtliche betrieblichen Ausgaben enthalten – von Sozialabgaben und Versicherungen über Fahrzeuge und Werkzeug bis hin zu Verwaltung, Miete und Rücklagen. Ein Stundenverrechnungssatz-Kalkulator unterstützt bei dieser individuellen Ermittlung. Abweichungen je nach Region, Betriebsgröße und Kostenstruktur sind möglich.

Deckungsbeitrag und Marge: Was für Bau, Handwerk und KMU wirklich zählt

Der Umsatz eines Projekts ist keine aussagekräftige Zahl. Entscheidend ist, was nach Abzug aller variablen Kosten übrigbleibt: der Deckungsbeitrag (DB).

Deckungsbeitrag & Marge: Definition

Deckungsbeitrag (DB) = Erlös − variable Selbstkosten (Lohn + Material + Fremdleistungen)
Marge (%) = Deckungsbeitrag ÷ Erlös × 100

Der Deckungsbeitrag zeigt, wie viel ein Projekt zur Deckung der Fixkosten und zum Unternehmensgewinn beiträgt. Eine Marge von 25 % bedeutet: Von jedem Euro Umsatz bleiben 25 Cent für Fixkosten und Gewinn – die restlichen 75 Cent decken die variablen Kosten.

Die 5-stufige Ampel: Wo steht dein Projekt wirklich?

  • Unter 0 %: Verlust – der Auftrag kostet den Betrieb mehr, als er einbringt

  • 0–15 %: DB Kritisch – Fixkostendeckung bei den meisten Betrieben kaum möglich

  • 15–25 %: DB Akzeptabel – solide Basis für Bauunternehmen, Handwerksbetriebe und kleine KMU

  • 25–35 %: DB Gut – Spielraum für Investitionen, Reserven, Wachstum

  • Ab 35 %: DB Sehr Stark – typisch für spezialisierte Gewerke oder Nischenanbieter

Diese Werte gelten als Orientierung nach variablen Kosten. Davon müssen noch Fixkosten (Miete, Verwaltung, Leasing, Finanzierung) gedeckt werden. Der Nettogewinn liegt in der Regel 8–15 Prozentpunkte darunter.

Praxistipp – Ampel-Logik: Eine gute Projektkalkulation zeigt bereits während der Angebotserstellung, in welchem Bereich du dich befindest. Die XEVARIA Projektkalkulation arbeitet mit einer fünfstufigen Ampel: VERLUST → DB KRITISCH → DB AKZEPTABEL → DB GUT → DB SEHR STARK. So siehst du sofort, ob ein Angebot raus kann – oder ob du nacharbeiten musst.

Vorkalkulation vs. Nachkalkulation im Bau, Baunebengewerbe und Handwerk

Im Bau, Baunebengewerbe und bei Handwerksbetrieben wird oft nur vorne kalkuliert – und das Ergebnis hinten nie ausgewertet. Das ist verschenktes Lernpotenzial.

Vorkalkulation

Vor Angebotsabgabe. Ziel: kostendeckenden Preis ermitteln. Basis für Preisverhandlungen und Auftragsentscheidung. Erzeugt Sollwerte für den späteren Soll-Ist-Vergleich.

Nachkalkulation

Nach Projektabschluss. Vergleich Soll (Kalkulation) vs. Ist (tatsächliche Kosten). Zeigt Abweichungen bei Stunden, Material, Fremdleistungen. Grundlage für bessere Zukunftskalkulationen.

Wer Vor- und Nachkalkulation systematisch betreibt, lernt mit jedem Projekt dazu. Typische Erkenntnisse: Bestimmte Gewerke liefern systematisch schlechtere DB-Werte. Bestimmte Auftraggeber (z. B. Generalunternehmer in Bayern oder Wien) generieren höheren Koordinationsaufwand. Materialpreise weichen vom Einkaufspreis ab. Diese Erkenntnisse fließen in die nächste Vorkalkulation ein – und machen sie präziser.

DACH & LI-Besonderheiten: ÖNORM, SIA, VOB, Lohnnebenkosten und MwSt

Wer in mehreren Ländern kalkuliert oder Aufträge in verschiedenen Regionen annimmt, muss länderspezifische Unterschiede in der Projektkalkulation berücksichtigen.

Deutschland – VOB und regionale Unterschiede

In Deutschland regelt die VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen) viele Abrechnungsgrundlagen im öffentlichen Bau. Lohnnebenkosten liegen typisch bei 70–80 % auf den Bruttolohn. Regionale Lohnunterschiede zwischen Bayern, NRW, Berlin und ostdeutschen Bundesländern können erheblich sein und müssen in der betriebsindividuellen Stundensatzkalkulation berücksichtigt werden. MwSt: 19 %.

Österreich – ÖNORM und höhere Lohnnebenkosten

In Österreich bildet die ÖNORM B 2110 die Grundlage für Bauverträge. Die Lohnnebenkosten sind durch kollektivvertragliche Regelungen und Sozialabgaben häufig höher als in Deutschland – ein Faktor, der in der Angebotskalkulation für Betriebe in Wien, Graz oder Innsbruck direkt einzurechnen ist. Umsatzsteuer: 20 %.

Schweiz – SIA und höhere Lohnkosten

In der Schweiz regelt die SIA 118 (Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein) viele Bauleistungsverträge. Die Lohnnebenkosten sind durch AHV, BVG und UVG strukturell höher als in DE/AT. MWST: 8,1 %. Betriebe in Zürich, Bern oder Basel kalkulieren mit deutlich höheren Vollkostensätzen als in Deutschland.

Liechtenstein – SIA und MWST

In Liechtenstein gelten ähnliche Rahmenbedingungen wie in der Schweiz: Die SIA 118 ist auch hier Vertragsgrundlage, die Lohnnebenkosten sind durch AHV, BVG und UVG ebenfalls hoch. MWST: 8,1 %. Betriebe in Vaduz, Schaan oder Balzers kalkulieren auf vergleichbarem Niveau wie in der Schweiz.

Auch für Dienstleistungs-KMU geeignet

Die Grundstruktur der Projektkalkulation gilt nicht nur für das klassische Bauhauptgewerbe und Handwerk. Auch Facility-Management-Betriebe, Gebäudetechnik-KMU und ähnliche Dienstleister arbeiten auf Projektbasis und benötigen dieselben Kalkulationsbausteine: Lohn, Material, Gemeinkosten, DB-Aufschlag, MwSt. Die XEVARIA Projektkalkulation ist entsprechend flexibel aufgebaut.

Projektkalkulation in Excel: Was eine professionelle Vorlage leisten muss

Excel ist für die meisten Handwerksbetriebe und kleinen KMU das Werkzeug der Wahl – offline nutzbar, ohne Abo, flexibel anpassbar. Aber nicht jede Excel-Vorlage ist für eine echte Projektkalkulation geeignet.

Eine professionelle Projektkalkulation Excel Vorlage für Bau, Handwerk und KMU muss leisten:

  • Positionsgenaue Erfassung von Lohn, Material und Fremdleistungen je Gewerk
  • Automatische Berechnung des Stundensatzes inkl. Lohnnebenkosten und Gemeinkosten
  • Gemeinkostenzuschlag auf Material separat steuerbar
  • Rabatt-Einrechnung direkt in den Angebotspreis
  • Deckungsbeitrag und Marge je Position und Projekt gesamt sichtbar
  • MwSt-Varianten für DE (19 %) / AT (20 %) / CH (8,1 %) / LI (8,1 %)
  • Dashboard mit 5-stufiger Ampel-Logik (Verlust / DB Kritisch / DB Akzeptabel / DB Gut / DB Sehr Stark)
  • Ohne Makros (VBA) – keine Sicherheitswarnungen, hohe Kompatibilität
  • Ab Microsoft Excel 2010 nutzbar
XEVARIA – Projektkalkulation Excel Vorlage

Projektkalkulation für Bauunternehmen, Handwerksbetriebe und KMU in DACH & LI

Entwickelt aus über 25 Jahren Praxiserfahrung im Baunebengewerbe. Positionsgenaue Kalkulation für mehrere Gewerke, vollautomatisches Dashboard mit 5-stufiger Ampel-Logik, Deckungsbeitrag und Marge auf Knopfdruck – ohne Makros, ohne Abo, sofort nutzbar. Separate Versionen für Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein.

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Die 5 wichtigsten Takeaways für Bau, Handwerk und KMU

1 Vollkostensatz statt Nettolohn. Lohnnebenkosten und Gemeinkosten müssen im Stundensatz enthalten sein – immer, bei jedem Betrieb, in jedem Land. 2 Rabatt gehört in die Vorkalkulation. Nicht nachträglich abziehen – einpreisen. Sonst kostet er direkt den Deckungsbeitrag. 3 DB-Ziel bewusst definieren. Kein DB-Aufschlag = Selbstkostenpreis. Jeder Fehler führt dann direkt in den Verlust. 4 Nachkalkulation konsequent durchführen. Nur wer Soll und Ist vergleicht, verbessert seine nächste Kalkulation. 5 Länderspezifika beachten. ÖNORM, SIA, unterschiedliche Lohnnebenkosten und MwSt-Sätze müssen in die Kalkulation einfließen – nicht pauschal übertragen werden.

Häufige Fragen zur Projektkalkulation für Bau, Handwerk & KMU

Eine vollständige Projektkalkulation umfasst Lohnkosten nach kalkulatorischem Stundensatz, Materialkosten inkl. Gemeinkostenzuschlag, Fremdleistungen, Rabatte sowie den Deckungsbeitrag je Position und gesamt. Die passende MwSt für das jeweilige Land wird automatisch berücksichtigt.
Entscheidend sind ein realistischer Vollkostensatz statt Nettolohn, ein Gemeinkostenzuschlag auf Material, eingepreiste Rabatte und ein bewusst gesetzter Deckungsbeitragsaufschlag. In Österreich, der Schweiz und Liechtenstein gelten zusätzlich branchenübliche Standards wie ÖNORM oder SIA als Vertragsgrundlage.
Der Deckungsbeitrag ist ein absoluter Betrag: Erlös minus variable Kosten. Die Marge ist derselbe Wert als Prozentsatz des Erlöses. Beide Größen sind für die Einschätzung der Wirtschaftlichkeit eines Projekts wichtig.
Der kalkulatorische Stundensatz setzt sich aus Bruttolohn, Lohnnebenkosten und anteiligen Gemeinkosten zusammen. Der Nettolohn allein ist keine korrekte Kalkulationsbasis. Ein eigener Stundenverrechnungssatz-Kalkulator unterstützt bei der individuellen Ermittlung.
Ja. Auch bei Soloselbständigen gilt dieselbe Grundstruktur: Der eigene Stundensatz muss sämtliche Kosten und einen Gewinnanteil enthalten. Gemeinkosten wie Fahrzeug, Büro und Werkzeug bleiben ebenso kalkulationsrelevant wie bei größeren Betrieben.
Der Deckungsbeitrag in Relation zum Umsatz zeigt, wie viel Spielraum ein Projekt für Fixkosten und Gewinn lässt. Eine Kalkulation mit Ampel-Logik macht das auf einen Blick sichtbar, statt erst nach Projektabschluss zu erkennen, ob sich der Auftrag gelohnt hat.
Die Nachkalkulation vergleicht nach Projektabschluss die geplanten mit den tatsächlichen Kosten. Sie zeigt, wo Abweichungen entstanden sind, und hilft, künftige Angebote präziser zu kalkulieren.
Ja. Excel ist für die meisten Bauunternehmen, Handwerksbetriebe und kleinen KMU das praktischste Werkzeug – offline nutzbar, keine laufenden Kosten, flexibel anpassbar.
Die Grundstruktur ist dieselbe: Lohn, Material, Gemeinkosten, Deckungsbeitrag, MwSt. Im Bau und Baunebengewerbe kommen branchenübliche Standards wie VOB, ÖNORM oder SIA als Vertragsgrundlage hinzu.
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