Wissenswert · Kalkulation

Warum Bauunternehmen und Handwerksbetriebe zu billig anbieten


Ein Angebot abzugeben dauert Stunden. Und trotzdem stellt sich am Ende heraus: Die Marge war zu klein, der Deckungsbeitrag hat nicht gereicht. Das ist kein Pech – das ist ein Kalkulationsproblem.

Grundlagen

Was ist eine Projektkalkulation? Definition für Bauunternehmen, Baunebengewerbe und Handwerksbetriebe

Eine Projektkalkulation ist die vollständige Berechnung aller Kosten eines Bau- oder Handwerksprojekts, bevor ein Angebot erstellt wird. Sie bildet die Grundlage für einen wirtschaftlich sinnvollen Angebotspreis und stellt sicher, dass sämtliche Kosten – von Lohn und Material bis hin zu Gemeinkosten, Fremdleistungen und Gewinn – berücksichtigt werden. Ziel ist es, Aufträge nicht nur zu gewinnen, sondern dauerhaft kostendeckend und profitabel abzuwickeln.

Ob Bauunternehmen in Deutschland, Installationsbetriebe in Österreich, Malerbetriebe in der Schweiz oder KMU in Liechtenstein – überall dort, wo Projekte individuell kalkuliert und angeboten werden, entscheidet eine professionelle Projektkalkulation über den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Bereits kleine Kalkulationsfehler oder fehlende Zuschläge können dazu führen, dass ein Auftrag zwar Umsatz bringt, am Ende jedoch keinen ausreichenden Deckungsbeitrag oder sogar einen Verlust verursacht.

Eine professionelle Projektkalkulation berücksichtigt nicht nur die direkt sichtbaren Kosten, sondern sämtliche Aufwendungen, die während der Projektabwicklung entstehen. Dazu gehören insbesondere:

  • Lohnkosten auf Basis des kalkulatorischen Stundenverrechnungssatzes einschließlich Lohnnebenkosten.
  • Materialkosten zum tatsächlichen Einkaufspreis inklusive Materialgemeinkosten und Beschaffungskosten.
  • Fremdleistungen, beispielsweise durch Subunternehmer, Spezialfirmen oder externe Dienstleister.
  • Gemeinkosten wie Fahrzeuge, Maschinen, Werkzeuge, Büro, Verwaltung, Versicherungen und IT.
  • Rabatte, Skonto und Preisnachlässe, die bereits während der Angebotskalkulation einkalkuliert werden sollten.
  • Deckungsbeitrag und Gewinn, damit Investitionen, Unternehmenswachstum und unternehmerische Risiken langfristig finanziert werden können.

Erst wenn alle Kostenbestandteile vollständig berücksichtigt werden, entsteht ein Angebotspreis, der nicht nur wettbewerbsfähig ist, sondern auch die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens sichert. Eine professionelle Projektkalkulation gehört deshalb zu den wichtigsten Grundlagen erfolgreicher Bauunternehmen, Baunebengewerbe und Handwerksbetriebe.

Kurz gesagt

Eine Projektkalkulation ist die vollständige Berechnung aller Kosten eines Bau- oder Handwerksprojekts vor der Angebotsabgabe. Sie berücksichtigt Lohnkosten, Materialkosten, Fremdleistungen, Gemeinkosten sowie den erforderlichen Deckungsbeitrag und Gewinn. Ziel ist ein kostendeckender und wirtschaftlich profitabler Angebotspreis, der langfristig den Unternehmenserfolg sichert.

Infografik Projektkalkulation: 6 Kostenbestandteile eines Angebotspreises – Lohnkosten, Materialkosten, Fremdleistungen, Gemeinkosten, Zuschläge und Gewinn - XEVARIA
Grundlagen

Was ist der Stundenverrechnungssatz – und wie setzt er sich zusammen?

Der Stundenverrechnungssatz ist der Betrag, den ein Unternehmen pro produktiver Arbeitsstunde tatsächlich benötigt, um alle Personal- und Betriebskosten zu decken und einen angemessenen Gewinn zu erwirtschaften – nicht der Netto- oder Bruttolohn eines Mitarbeiters. Wer stattdessen mit dem reinen Lohn kalkuliert, unterschätzt seine Kosten systematisch und bietet am Ende zu billig an.

So setzt sich der Stundenverrechnungssatz zusammen

Stundenverrechnungssatz = (Personalkosten + anteilige Gemeinkosten + Gewinn- und Risikozuschlag) ÷ produktive Stunden.
Als produktive Stunden zählen dabei nur die tatsächlich beim Kunden verrechenbaren Arbeitsstunden – also die Jahresarbeitszeit abzüglich Urlaub, Feiertagen, Krankheit und weiterer nicht abrechenbarer Zeiten.

  • Personalkosten: Bruttolohn inklusive Zuschlägen sowie Arbeitgeberanteile zu Sozialversicherung, Berufsgenossenschaft, Urlaubs- und Feiertagsgeld sowie Sonderzahlungen.
  • Anteilige Gemeinkosten: Miete, Fahrzeuge, Werkzeuge, Büro, Versicherungen, Software und IT – umgelegt auf die produktiven Jahresstunden.
  • Gewinn- und Risikozuschlag: Sichert den Unternehmerlohn sowie Rücklagen für Investitionen, wirtschaftlich schwächere Phasen und Unternehmenswachstum.

Beispiel aus der Praxis

Bei einem Bruttolohn von 20 € pro Stunde liegt der tatsächliche Stundenverrechnungssatz nach Einrechnung von Lohnnebenkosten, Gemeinkosten und Gewinnzuschlag je nach Kostenstruktur oft beim Zwei- bis Dreifachen des Bruttolohns. Wird stattdessen mit einem Satz nahe am reinen Lohn kalkuliert, deckt das Angebot die tatsächlichen Kosten in der Regel nicht.

Wird nur der Nettolohn angesetzt, bleiben all diese Bestandteile unberücksichtigt – ein häufiger Grund, warum Angebote am Ende nicht kostendeckend sind. Wie sich das konkret auf den Angebotspreis auswirkt, zeigt das folgende Rechenbeispiel.

Praxis

Rechenbeispiel: So wirkt sich eine vollständige Projektkalkulation auf den Angebotspreis aus

Das folgende Praxisbeispiel zeigt, weshalb eine vollständige Projektkalkulation unverzichtbar ist. Werden ausschließlich Lohn- und Materialkosten berücksichtigt, bleiben wichtige Kostenbestandteile wie Materialgemeinkosten, kalkulatorische Rabatt-Rückstellungen und unternehmerische Zuschläge unberücksichtigt. Das Angebot wirkt dadurch günstiger, bildet die tatsächlichen Projektkosten jedoch nicht vollständig ab und kann die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens beeinträchtigen.

PositionBerechnungBetrag
Lohnkosten78 Stunden × 55,00 €4.290,00 €
Materialkostenverschiedene Positionen3.100,00 €
Materialgemeinkosten (15 %)3.100,00 € × 15 %465,00 €
Rabatt-Rückstellung (2 %)(4.290,00 € + 3.565,00 €) × 2 %157,10 €
Selbstkosten gesamt8.012,10 €
Kalkulationsaufschlag (25 %)8.012,10 € × 25 %2.003,03 €
Netto-Angebotspreis10.015,13 €
MwSt. (19 %)10.015,13 € × 19 %1.902,87 €
Brutto-Angebotspreis11.918,00 €

Hinweis zum Rechenbeispiel

Die verwendeten Zuschlagssätze dienen ausschließlich der Veranschaulichung einer vollständigen Projektkalkulation. In der Praxis unterscheiden sich Materialgemeinkosten, Rabatt-Rückstellungen sowie Kalkulationsaufschläge je nach Unternehmen, Branche, Projektart und betrieblicher Kostenstruktur.

So ermitteln Sie Ihre eigenen Zuschlagssätze

Materialgemeinkosten und Kalkulationsaufschlag sind kein branchenüblicher Pauschalwert, sondern betriebsindividuell zu ermitteln:
Materialgemeinkostensatz = tatsächliche Beschaffungs-, Lager- und Verwaltungskosten ÷ Materialumsatz eines Zeitraums.
Kalkulationsaufschlag = geplanter Deckungsbeitrag ÷ Selbstkosten, abgeleitet aus der eigenen Kostenstruktur und dem angestrebten Gewinn.
Wer hier mit fremden Richtwerten kalkuliert statt mit den eigenen Zahlen, kalkuliert am eigenen Betrieb vorbei.

Zum Vergleich: Würden ausschließlich die direkten Lohn- und Materialkosten angesetzt, ergäbe sich ein Angebotspreis von lediglich 7.390,00 € netto. Dieser Preis berücksichtigt jedoch weder Materialgemeinkosten noch kalkulatorische Rabatt-Rückstellungen oder einen unternehmerischen Kalkulationsaufschlag.

Die vollständige Projektkalkulation führt dagegen zu einem erforderlichen Angebotspreis von 10.015,13 € netto. Die Differenz von 2.625,13 € stellt keinen zusätzlichen Gewinn dar. Sie dient unter anderem dazu, indirekte Kosten, unternehmerische Risiken sowie einen angemessenen Ertrag zur Finanzierung und Weiterentwicklung des Unternehmens abzudecken.

Merke

Ein niedriger Angebotspreis bedeutet nicht automatisch einen Wettbewerbsvorteil. Erst wenn sämtliche direkten und indirekten Kosten sowie angemessene Kalkulationszuschläge berücksichtigt werden, entsteht ein Angebotspreis, der langfristig wirtschaftliches Arbeiten ermöglicht.

Dieses Beispiel verdeutlicht, dass eine professionelle Projektkalkulation weit mehr umfasst als die reine Addition von Lohn- und Materialkosten. Erst die vollständige Berücksichtigung aller projektbezogenen Kosten führt zu einem Angebotspreis, der wirtschaftlich tragfähig ist und zur langfristigen Stabilität des Unternehmens beiträgt. Die konkrete Höhe einzelner Zuschläge kann je nach Branche, Betriebsgröße, Projektart und Unternehmensstruktur variieren – die betriebswirtschaftliche Kalkulationslogik bleibt jedoch unabhängig vom Gewerk oder Einsatzland dieselbe.

Kennzahlen

Deckungsbeitrag und Marge: Die wichtigsten Kennzahlen einer wirtschaftlichen Projektkalkulation

Ein hoher Umsatz bedeutet nicht automatisch, dass ein Projekt wirtschaftlich erfolgreich ist. Entscheidend ist, welcher Betrag nach Abzug der variablen Kosten zur Deckung der Fixkosten und zur Erwirtschaftung eines Gewinns verbleibt. Diese Kennzahl wird als Deckungsbeitrag (DB) bezeichnet und gehört zu den wichtigsten Grundlagen jeder professionellen Projektkalkulation.

Deckungsbeitrag (DB) = Erlös − variable Kosten
Deckungsbeitragsmarge (%) = Deckungsbeitrag ÷ Erlös × 100

Zu den variablen Kosten zählen insbesondere Material, Fremdleistungen sowie weitere projektbezogene Kosten, die unmittelbar durch den Auftrag entstehen. Je höher der Deckungsbeitrag ausfällt, desto größer ist der Beitrag des Projekts zur Deckung der betrieblichen Fixkosten wie Verwaltung, Fahrzeuge, Miete oder Software und letztlich zum Unternehmenserfolg.

Die 5-stufige Ampel: So lässt sich die Wirtschaftlichkeit eines Projekts schnell bewerten

Verlust < 0 %
Kritisch 0–15 %
Akzeptabel 15–25 %
Gut 25–35 %
Sehr gut > 35 %

Die dargestellten Werte dienen als praxisnahe Orientierung für Bauunternehmen, Baunebengewerbe und Handwerksbetriebe. Sie ersetzen keine individuelle Unternehmenskalkulation, helfen jedoch dabei, Angebote und Projekte schnell hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit einzuordnen. Erst aus dem Deckungsbeitrag werden anschließend die Fixkosten des Unternehmens gedeckt; der verbleibende Überschuss bildet den Gewinn.

Merke

Ein hoher Umsatz allein sagt nichts über den Erfolg eines Projekts aus. Erst ein ausreichender Deckungsbeitrag sorgt dafür, dass Fixkosten gedeckt und langfristig Gewinne erwirtschaftet werden können.

Eine wirtschaftlich erfolgreiche Projektkalkulation endet nicht beim Angebotspreis – entscheidend ist, welcher Deckungsbeitrag nach Abschluss des Projekts tatsächlich erzielt wird.

Kalkulationsfehler

Die häufigsten Gründe, warum Bauunternehmen und Handwerksbetriebe zu billig anbieten

Ein zu niedriger Angebotspreis entsteht selten durch bewusste Entscheidung – meist durch Kalkulationsfehler, die über Monate unbemerkt bleiben. Drei davon kommen in der Praxis besonders häufig vor.

1. Der Stundenverrechnungssatz ist zu niedrig angesetzt

Wird mit dem Netto- statt mit dem Stundenverrechnungssatz kalkuliert (siehe Definition oben), fehlen Lohnnebenkosten, Gemeinkostenanteil und Gewinnzuschlag im Angebotspreis. Dieser Fehler wirkt sich auf jedes einzelne Angebot aus und summiert sich über das Jahr zu einem erheblichen Ertragsverlust.

2. Es findet keine Nachkalkulation statt

Ohne Soll-Ist-Vergleich nach Projektabschluss bleibt eine Unterpreisung häufig über Jahre unentdeckt. Ein Beispiel aus der Praxis:

PositionSoll (Kalkulation)Ist (tatsächlich)
Lohnstunden78 Std.94 Std.
Materialkosten3.100,00 €3.410,00 €
Selbstkosten gesamt8.012,10 €9.200,00 €

Ohne Nachkalkulation bleibt diese Abweichung von 1.187,90 € unentdeckt – der kalkulierte Deckungsbeitrag schrumpft, ohne dass das Unternehmen den Grund kennt. Erst der regelmäßige Soll-Ist-Vergleich zeigt, ob Zeitaufwand, Materialpreise oder Zuschläge nachjustiert werden müssen.

3. Risikozuschläge fehlen in der Kalkulation

Witterungsbedingte Verzögerungen, kurzfristige Preissteigerungen bei Material oder nachträgliche Planungsänderungen gehören im Bau- und Handwerksbereich zum Alltag – werden aber häufig nicht eingepreist. Ein pauschaler Risikozuschlag von wenigen Prozent auf die Selbstkosten federt diese Schwankungen ab, ohne das Angebot unnötig zu verteuern.

DACH & Liechtenstein

Projektkalkulation im DACH-Raum: Worauf Unternehmen achten sollten

Die betriebswirtschaftlichen Grundlagen einer Projektkalkulation sind in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein weitgehend identisch. Unterschiede ergeben sich vor allem durch nationale Normen, branchenübliche Standards und betriebliche Rahmenbedingungen. Wer in mehreren Ländern tätig ist, sollte diese Besonderheiten bereits bei der Angebotskalkulation berücksichtigen.

Deutschland Deutschland

Je nach Projekt spielen technische Regelwerke, DIN-Normen oder die VOB eine wichtige Rolle. Gleichzeitig beeinflussen regionale Marktbedingungen und die individuelle Kostenstruktur eines Unternehmens die Kalkulation.

Österreich Österreich

Viele Bau- und Handwerksprojekte orientieren sich an den ÖNORMEN sowie branchenspezifischen Vorgaben. Eine vollständige Projektkalkulation berücksichtigt diese Rahmenbedingungen ebenso wie die eigenen Unternehmenskosten.

Schweiz Schweiz

In der Schweiz bilden unter anderem die SIA-Normen eine wichtige Grundlage vieler Bauprojekte. Ergänzt werden sie durch betriebliche Erfahrungswerte und eine nachvollziehbare Kalkulation sämtlicher Projektkosten.

Liechtenstein Liechtenstein

Auch in Liechtenstein orientieren sich Unternehmen an anerkannten technischen Standards sowie projektspezifischen Anforderungen. Die betriebswirtschaftliche Kalkulationslogik bleibt dabei grundsätzlich dieselbe.

Praxis-Tipp

Unabhängig vom Land gilt: Eine wirtschaftliche Projektkalkulation berücksichtigt immer sämtliche Projektkosten – von Lohn und Material über Gemeinkosten bis hin zu Deckungsbeitrag und Gewinn. Normen und Standards ergänzen diese Kalkulationsbasis, ersetzen sie jedoch nicht.

Professionelle Excel-Vorlage

Projektkalkulation in Excel – entwickelt für Bauunternehmen, Handwerksbetriebe und KMU

Entwickelt aus über 25 Jahren Praxiserfahrung unterstützt die XEVARIA Projektkalkulation bei der wirtschaftlichen Kalkulation von Lohn-, Material- und Fremdleistungskosten. Deckungsbeitrag, Marge und Angebotspreise werden automatisch berechnet – übersichtlich, nachvollziehbar und ohne Makros oder laufende Lizenzkosten.

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Zusammengefasst

Die 5 wichtigsten Erkenntnisse zur Projektkalkulation

Eine wirtschaftlich erfolgreiche Projektkalkulation basiert nicht auf Schätzungen, sondern auf belastbaren Zahlen. Die folgenden fünf Grundsätze helfen Bauunternehmen, Baunebengewerbe und Handwerksbetrieben dabei, Angebote dauerhaft kostendeckend und profitabel zu kalkulieren.

1

Kalkuliere immer mit dem Stundenverrechnungssatz und niemals nur mit dem Nettolohn. Nur so werden sämtliche Personal- und Gemeinkosten berücksichtigt.

2

Rabatte und Preisnachlässe gehören bereits in die Vorkalkulation. Wer sie erst nachträglich berücksichtigt, reduziert seinen Deckungsbeitrag unnötig.

3

Definieren Sie einen klaren Deckungsbeitrags- und Gewinnanspruch. Nur so entstehen Angebote, die langfristig wirtschaftlich tragfähig sind.

4

Führen Sie nach jedem Projekt eine Nachkalkulation durch. Der Vergleich zwischen Soll- und Ist-Kosten verbessert jede zukünftige Kalkulation.

5

Berücksichtigen Sie regionale Besonderheiten. Lohnkosten, Gemeinkosten, Steuern und gesetzliche Vorgaben unterscheiden sich je nach Land und Gewerk.

Fazit

Eine professionelle Projektkalkulation ist die Grundlage wirtschaftlich erfolgreicher Bau- und Handwerksprojekte. Wer sämtliche Kosten – von Lohn und Material über Gemeinkosten bis hin zu kalkulatorischen Zuschlägen – vollständig berücksichtigt, schafft die Basis für kostendeckende Angebotspreise und einen nachhaltigen Unternehmenserfolg. Ebenso wichtig sind eine konsequente Vor-, Mit- und Nachkalkulation sowie die regelmäßige Überprüfung der eigenen Kennzahlen. Nur so lassen sich Projekte langfristig profitabel steuern und unternehmerische Entscheidungen auf belastbaren Zahlen treffen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Projektkalkulation für Bauunternehmen, Handwerksbetriebe und KMU

Hier findest Du Antworten auf häufige Fragen rund um die Projektkalkulation – von Angebotspreis, Stundenverrechnungssatz und Deckungsbeitrag bis hin zu Nachkalkulation, Excel und wirtschaftlichem Kalkulieren im Bau, Baunebengewerbe und Handwerk.

Eine professionelle Projektkalkulation berücksichtigt alle Kosten, die für einen Auftrag entstehen: Lohnkosten auf Basis des Stundenverrechnungssatzes, Materialkosten, Gemeinkosten, Fremdleistungen sowie kalkulatorische Zuschläge und ein angemessener Gewinn. In der Praxis wird zuerst der Stundenverrechnungssatz korrekt ermittelt, anschließend werden Material-, Gemein- und Fremdleistungskosten sowie weitere Zuschläge ergänzt. Erst wenn alle Kosten vollständig berücksichtigt werden, entsteht ein wirtschaftlich sinnvoller Angebotspreis.
Der Deckungsbeitrag zeigt, welcher Betrag nach Abzug der variablen Kosten vom Umsatz übrig bleibt. Daraus werden zunächst die Fixkosten gedeckt. Erst der danach verbleibende Überschuss stellt den tatsächlichen Gewinn des Unternehmens dar.
Der Nettolohn bildet nur einen Teil der tatsächlichen Personalkosten ab. Für eine realistische Projektkalkulation müssen zusätzlich Lohnnebenkosten, Gemeinkosten und weitere betriebliche Aufwendungen berücksichtigt werden. Deshalb wird mit dem Stundenverrechnungssatz kalkuliert.
Die Nachkalkulation vergleicht die geplanten Kosten mit den tatsächlich entstandenen Aufwendungen. Dadurch lassen sich Abweichungen erkennen und zukünftige Angebote präziser kalkulieren.
Ein Projekt ist wirtschaftlich, wenn der Angebotspreis sämtliche Kosten deckt und zusätzlich einen ausreichenden Deckungsbeitrag erwirtschaftet. Wichtige Kennzahlen sind Deckungsbeitrag und Deckungsbeitragsmarge.
Ja. Für viele Bauunternehmen, Handwerksbetriebe und KMU ist Excel eine flexible und bewährte Lösung. Mit einer professionell aufgebauten Vorlage lassen sich Kosten strukturiert erfassen und Berechnungen automatisieren.
Häufig fehlen Materialgemeinkosten, Gemeinkosten, Fahrzeiten, Rüstzeiten, Werkzeugkosten oder geplante Preisnachlässe. Werden diese Kosten nicht berücksichtigt, fällt der Angebotspreis oft zu niedrig aus.
Ja. Die Grundsätze einer wirtschaftlichen Projektkalkulation gelten unabhängig von der Unternehmensgröße. Auch kleinere Betriebe sollten sämtliche Kosten vollständig berücksichtigen.
Die Vorkalkulation erfolgt vor der Angebotsabgabe, die Mitkalkulation begleitet das laufende Projekt und die Nachkalkulation vergleicht nach Projektabschluss die geplanten mit den tatsächlichen Kosten. Gemeinsam bilden sie die Grundlage für eine kontinuierliche Verbesserung der Kalkulation.
Materialgemeinkosten decken Aufwendungen wie Beschaffung, Lagerung, Verwaltung oder Materialhandling ab. Werden sie nicht berücksichtigt, entstehen häufig zu niedrige Angebotspreise.
Werden Rabatte erst nach der Angebotskalkulation gewährt, reduziert sich unmittelbar der Deckungsbeitrag. Deshalb sollten geplante Preisnachlässe bereits während der Kalkulation einkalkuliert werden.
Lohnkosten, Gemeinkosten, Steuersätze und branchenspezifische Rahmenbedingungen unterscheiden sich je nach Land. Die Grundstruktur einer Projektkalkulation bleibt jedoch gleich.
Ein hoher Umsatz bedeutet nicht automatisch einen hohen Gewinn. Werden Kosten unterschätzt oder wichtige Zuschläge vergessen, bleibt der Deckungsbeitrag zu niedrig und die Wirtschaftlichkeit des Projekts leidet.
Eine professionelle Projektkalkulation schafft Transparenz über sämtliche Projektkosten und bildet die Grundlage für wirtschaftliche Angebotspreise. Sie hilft dabei, finanzielle Risiken frühzeitig zu erkennen, fundierte Entscheidungen zu treffen und Projekte langfristig profitabel abzuwickeln.

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